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Tagblatt Ausgabe: Stadt St. Gallen

Tagblatt vom 4.12.2000, Stadt St. Gallen

Füllfederhalter statt Tastatur

In Windeseile hingekritzelt: Kürzlich ist in St. Gallen das Ostschweizerische Stenowettschreiben durchgeführt worden.

Früher gehörte die Stenografie zur kaufmännischen Grundausbildung, heute hat sie sich zu einer Art Geheimschrift entwickelt. Für Uneingeweihte gleicht die Stenografie schnell hingeschriebenen Hieroglyphen.
In St. Gallen haben sich kürzlich jene Personen getroffen, die sich in diesem Fach auskennen: Am Ostschweizerischen Wettschreiben haben routinierte Stenografen teilgenommen und erfolgreich in fünf Sprachen stenografiert. Denn die deutsche Stenografie kann mit unwesentlichen Anpassungen für zahlreiche Fremdsprachen angewandt werden. Unter den Teilnehmern waren auch neun Schüler, von denen sieben zwischen 14 und 19 Jahre alt sind.

Gegenbewegung

Wie es in einer Medienmitteilung heisst, zeichne sich in der heutigen Zeit, in der sich der schriftliche Verkehr immer mehr zum PC verlagere, eine Gegenbewegung ab. «Es gibt Leute, denen eine gepflegte Handschrift wieder wichtig ist.» Ein Zeichen dafür sei das gut besuchte Angebot an Kalligrafie- und Papierschöpfkursen. Und in diese Art von Handschriften reihe sich auch die Stenografie ein. Bei den verschiedenen Stenowettbewerben gelte das Schönschreiben immer noch als Königsdisziplin. Nebst Schreibfehlern würden auch die Sauberkeit und Exaktheit der Schrift bewertet.

Auch für Fremdsprachen

«Die Kurz-Handschrift, die aus Elementen der Langschrift aufgebaut ist, hat den Vorteil, dass Vorträge, Gedanken und Ideen schnell, Platz sparend und zu jeder Zeit notiert werden können», heisst es in der Mitteilung weiter. Auch schärfe sie das Sprachbewusstsein und sei ein ideales Gehirntraining. pd/juk

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